Review Andermatt Sedrun 2016

March 7th

Kreativ statt depressiv – Zum letzten Mal fand die Eco Freeride Tour auf der SAC Maighelshütte statt.

Text: Linus Oberholzer
Fotos: Urban Engel – http://urbanengel.ch/

Heimatgefühle gepaart mit Wehmut – am vergangenen Wochenende sollte die Eco Freeride Tour ein letztes Mal Halt auf der prestigeträchtigen SAC Maighelshütte machen. Hier fand die Kick The Vik Ära vor neun Jahren ihren Ursprung.
Bis zu den Ostern gibt es jedoch noch einen weiteren Stopp im Kaunertal (AUT) und in Maloja (SUI). Auch wenn aus Sicherheitsgründen und der schlechten Sicht kein Freeride Jam (Contest) durchgeführt werden konnte, kann man von einem absoluten Highlight sprechen!

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SAC Maighelshütte – wo alles begann Der Event auf der SAC Maighelshütte hat für den Organisator Markus Boss eine besondere Bedeutung. „Hier kam ich zum ersten Mal in Kontakt mit dem Skitouren und dem dazugehörigen Hüttenerlebnis.“ Dies war dem Kick The Vik Gründer und gebürtigen Basler, der seit 15 Jahren in Laax wohnhaft ist, bis dato noch unbekannt. Die Hüttenwarte Bruno und Pia Honegger führen die Maighelshütte, die zur SAC Sektion Piz Terri gehört, bereits seit dem Jahre 1991. “Das Hütten-Team war seit Beginn an sehr offen gegenüber dem Projekt, stand mir bei der Entwicklung zur Seite und leistete einen grossen Beitrag zum Erfolg der Eco Freeride Tour. Zudem besticht das gesamte Val Maighels mit seinen unzähligen Tourenmöglichkeiten und dem relativ kurzen Zustieg ab Tschamutt oder dem Oberalppass.

Snow is coming!

In Graubünden waren ergiebige Schneefälle diese Saison eine Seltenheit. Umso mehr freute sich Kick The Vik auf die angekündete Neuschneemenge für das Wochenende. Neben schlechter Sicht und hoher Lawinengefahr hatte das Wetter auch strahlenden Sonnenschein zu bieten. Die Teilnehmer zeigten wieder einmal, dass es nicht viel braucht, um glücklich zu sein. Diese machten das Beste aus den Wetterbedingungen. Ob feinstes Freeriden unter der strahlenden Sonne oder kreative Ideen an einem Downday – die EFT-Teilnehmer hatten Spass! Neben dem kritischen Beobachten des Lawinenbulletins, der Abklärung für allfällige Tourenmöglichkeiten, sowie dem Orientierungsworkshop im Schneegestöber, gab es noch weitere Highlights am vergangenen Wochenende.

EFT Andermatt Sedrun 2016 D1 Markus Boss-3606

Freitag

Zum ersten Mal begab sich die EFT in ein Skigebiet, um sich vor dem Aufstieg zur Hütte im feinsten Powder von Disentis auszutoben! “Es wäre doch etwas schade gewesen, in der Sonne aufzusteigen und kaum auf der Hütte angekommen, aufgrund von schlechtem Wetter darin zu verweilen. Wir drehten daher den Spiess um!“ Die Gruppe war relaxed und harmonisierte sehr gut. Auch das Warten bis die Kamera bereit stand, nahmen alle gelassen hin. Powder Sprays und Cliffdrops, so ging es während mehreren Abfahrten im Skigebiet Disentis zu und her. Nachdem sich das Wetter verschlechterte, ging es mit einem Grinsen im Gesicht mit der MGB (Matterhorn Gotthard Bahn) auf den Oberalppass. Dann traf der in Zermatt lebende Engländer, Sam, auf die Gruppe. Nach einer kurzen Abfahrt wurden die Felle aufgezogen und der Aufstieg zur Hütte durch tiefsten Powder konnte beginnen. Der Wind blies immer stärker und als die Teilnehmer auf der Hütte ankamen, dämmerte es bereits. Kurz nach dem Eintreffen wurden die Teilnehmer von der Küche mit köstlicher Pasta verwöhnt. Die Pläne für den nächsten Tag waren noch nicht geschmiedet, denn der aufkommende Schneefall und Wind konnte erst am nächsten Morgen beurteilt werden.

Samstag

Der stürmische Wind der Nacht liess deutlich nach. Aber es schneite unaufhörlich dickste Flocken, die sich schnell zu einem halben Meter Neuschnee ansammelten. An Skitouren, geschweige denn an einen Jam war nicht zu denken. Die schlechte Sicht verleitete die Teilnehmer dazu, einen Orientierungsworkshop zu machen. Es wurden Gruppen gebildet, die je einen Aspekt der Schlechtwetter-Tourenplanung behandelten. Die Route der Tour, sowie die dazugehörige Orientierung mittels Kompass und Karte, wurden unter den Rahmenbedingungen des Lawinenbulletins ausgearbeitet. Die Teilnehmer lernten in diesem Workshop, wie man sich im Freien nur anhand von einem Kompass orientieren kann, indem man Markierungen Punkt für Punkt abläuft. Nach dieser Minitour begaben sich die Teilnehmer auf das neue, vor der Hütte gelegene LVS-Trainingsfeld, auf dem vergrabene Sender Verschüttete simulieren. Die LVS-Suche, sowie das punktuelle Sondieren konnte auf diese Weise geübt werden.

Später an diesem Tag kam die Idee eines Wettbewerbs auf, wer die kreativste Schneeskulptur innerhalb einer Stunde errichte. Nachdem Gruppen gebildet wurden, konnte das Wettschaufeln beginnen. Die einen bauten einen Kopf, der die Türe der Maighelshütte bewachte, eine andere Skulptur versuchte als kletternder Freerider über das Dach eine Most Flasche zu erreichen. Eine weitere Gruppe gesellte sich in der Zwischenzeit in die selbstgebaute Bar oder in ihre eigenen Schneehöhle “The Crib“. Gewonnen hat schliesslich der Hütten-Bewacher M.A.X.

Auch wenn die Skulptur M.A.X. gewonnen hatte, entwickelte sich aus dem einen Schneeloch von Sams und Flurinas “The Crib“ auf einmal die Attraktion des Nachmittags. DieSchneehöhle wurde durchgebrochen und somit durchfahrbar gemacht. Ein Kicker danach, eine Steilwandkurve dahinter und zum Abschluss nochmals ein Kicker – das war der beste Snowpark, der je auf der Maighelshütte geshaped worden war. Wer glück hatte, wurde vom Hund Neo mit der Gopro durch den Parcours verfolgt. Die letzten Shaper mussten schon fast zum Nachtessen gebeten werden, waren diese doch so mit dem Schaufeln beschäftigt. So waren sich auch alle sicher, dass am nächsten Tag der Park der wichtigste Teil des Morgens spielen sollte... dachten sie!

Sonntag – es kam anders

Die Sonne strahlte über die Gipfel und der schönste Pulver lag auf den Bergen. An Parkfahren dachte zu diesem Zeitpunkt keiner mehr. Die Jungs und Mädels mochten raus, hoch und runter – natürlich immer mit dem Bewusstsein, dass erhebliche Lawinengefahr herrschte. Doch um die Maighelshütte gibt es unzähliges Gelände, das sich für solche Situationen bestens eignet. Und genau das haben die Teilnehmer, die Fotografen und der Kameramann in vollen Zügen ausgenutzt. Die letzte Austragung auf der Maighelshütte hatte Schnee, Wetter und Abwechslung wie noch nie zuvor. “Und wer hätte dies gedacht in dieser Saison!“

Die Kick The Vik Eco Freeride tour freut sich auf die kommenden Tour Stopps in Kaunertal und Maloja. Für beide Events gibt es noch freie Plätze. Melde dich noch heute auf www.ecofreeridetour.com an und lass den Powder stieben!

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