COURMAYEUR REVIEW 2016

March 3rd

Zu wenig Anmeldungen und schlechtes Wetter heisst noch lange nicht, dass sich die Kick The Vik Crew zu Hause in der warmen Stube verweilt. Im Gegenteil! Es wird studiert, wie sowohl die Event-Location als auch die Eco-Philosophie von Kick The Vik trotz der Absage des Events in Szene gesetzt werden kann. Dieses Wochenende begann die EFT-Crew, das Freeriden einmal anders zu präsentieren – nämlich roh und ungefiltert.

Courmayeur ©markus boss-3433

Die Anfahrt von Laax nach Courmayeur dauert mit dem Automobil fünf Stunden. Dass man eine solche Anreise für zwei Tage auf sich nimmt, mag für denen einen oder anderen Freerider zur Tagesordnung gehören. Die Kick The Vik Crew überlegt es sich schon einige Male, ob das wirklich mit ihrer Philosophie vertretbar ist. Schliesslich möchten sie als ökologischer Eventorganisator ein Vorbild sein. Eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln benötigt um ein Vielfaches mehr Zeit und kommt deswegen nicht in Frage. Während der fünfstündigen Fahrt nach Courmayeur entstand die Idee für den Film. Mit dem schlechten Gewissen wegen der langen Anfahrt mit dem Auto ist die Idee entstanden, das Freeriden oder auch Free-Touren aus der Perspektive der Natur zu präsentieren. “Ob dies wirklich realisiert werden konnte wissen wir selber auch noch nicht“, sagte Boss. An einem klassischen Event Review war die Crew nicht interessiert. Die ungünstigen Voraussetzungen für die Videoproduktion, die Schlechtwetterprognose und die knappe Produktionszeit von zwei Tagen, sollten sich später als grössere Herausforderungen erweisen, als vorerst angenommen. Die unterschiedlichen Schneeprognosen reichten von 20 Zentimetern bis zu einem knappen Meter. Eines hatten alle Prognosen gemeinsam: die Sonne wird sich kaum zeigen. Mit diesen Voraussetzungen musste nun ein ansprechendes Video produziert werden – Challenge accepted! Dieses Wochenende schrumpfte die EFT-Eventcrew auf zwei Organisatoren, die zugleich als Protagonisten vor der Kamera funktionieren mussten. Das Team wurde durch einen Filmer/Fotografen ergänzt. Die Crew freute sich über das Treffen mit zwei Italienern, die wie gewohnt ihre gemütliche und gastfreundliche Art bewiesen. Der Local Carlo ist gerade an einem Video Projekt für Courmayeur beschäftigt. Sein Kollege Giulio besuchte ihn für dieses Wochenende, um ein paar Pulver Abfahrten zu geniessen. Dass die Aufstiege schliesslich länger als die Abfahrten waren, war der Kick The Vik Crew zu verdanken. “Ein Aufstieg im Nebel über eine Krete eröffnete uns eine herrliche Whiteout-Aussicht“, schmunzelte Markus. Nur der untere Teil der Südseite des Mont Blancs war zu sehen und trotzdem war diese mit seinen wilden Gletscherlandschaften und Felsformationen imposant! Bevor die Gruppe in den Powder gelangte, musste sie über eine abgeblasene Kuppe laufen. Local Carlo erwähnte, dass dieser Wind in Courmayeur erst seit ungefähr drei Jahren so regelmässig und stark existiert und man wisse nicht warum. Man wolle aber die Daten der Windstationen im Tal erforschen, um die Wetter- und Lawinensituationsprognosen künftig zu verbessern. Die Kick The Vik Crew ist sich sicher, dass der Klimawandel der Hauptgrund für diese neuen Winde ist. Auch in Ihrer Heimat sind diese Höhenwinde deutlich häufiger als noch vor 10 Jahren. Mit viel Humor und Spass kurvten die Freerider im Blindflug ins Val Veny. Beinahe am Ende der Abfahrt konnten Sie dank Bäumen, die den einzigen Kontrast zum Weissen herstellten, ihren Skiern freien Lauf lassen. Carlos Wunsch nach feinstem Powder wurde also doch noch erhört. Wie der Organisator Markus Boss bemerkte, war dies die genau gleiche Route, die er im Sommer bereits mit dem Bike inspiziert hatte – nur in entgegengesetzter Richtung. Nach diesem Pulvertag gesellte sich die Kick The Vik Crew zum Nachtessen in La Palud. Dass die Pizza für den Teller eigentlich viel zu gross war, ist nur einer der Wünsche, die an diesem Tag in Erfüllung gingen. Wie schon der Tag zuvor wurde auch der zweite Tag ganz der Filmproduktion gewidmet. Den wilden Schneeprognosen zum trotz sind schliesslich doch nur etwa 10 Zentimeter des ersehnten Weiss gefallen. Doch diese Menge war perfekt, um den einen oder anderen Clip im Wald zu drehen. Hochalpine Abfahrten waren von Beginn an nicht geplant. “Auch wenn man als Freerider vielleicht die Vorstellung hat, dass Courmayeur wie Chamonix vor allem steiles und exponiertes Gelände hat, dann wird dieser spätestens nach dem ersten Tag mit Freude bemerken, dass in diesem Gebiet einfach alles zu finden ist, was das Freeriderherz begehrt. Ich werde ganz bestimmt wieder hierher kommen, um eine längere Zeit zu verweilen!“, erklärt Boss.

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